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Weinwanderungen Deutschland

Rotweinwanderweg

Das Wichtigste in Kürze

  • Streckenweg von ca. 35,6 km zwischen Altenahr und Bad Bodendorf, offiziell in drei Etappen unterteilt.
  • Verläuft überwiegend durch Spätburgunder-Steillagen und vorbei an mehreren Burgruinen über dem Ahrtal.
  • Ca. 800 Höhenmeter im Anstieg, Schwierigkeit mittel wegen einzelner steiler Passagen.
  • Alle Etappenorte liegen an der Ahrtalbahn, eine Rückfahrt ohne eigenes Auto ist überall möglich.
Länge
ca. 35,6 km
Dauer
ca. 9-10 Stunden (häufig auf zwei bis drei Tagesetappen verteilt)
Typ
Streckenweg
Höhenmeter
ca. 800
Anreise
Altenahr und Bad Bodendorf liegen beide an der Ahrtalbahn (RB 30/RB 32) zwischen Remagen beziehungsweise Bonn Hauptbahnhof und Ahrbrück.
Parken
Öffentliche Parkplätze in Altenahr und Bad Bodendorf, zur Weinlesezeit und an Herbstwochenenden stärker ausgelastet.
Einkehr
Straußwirtschaften in den Weinorten entlang der Strecke, Gastronomie in Dernau, Rech, Mayschoß und Bad Neuenahr-Ahrweiler
Beste Zeit
April bis Oktober, Höhepunkt zur Weinlese im September und Oktober

Der Rotweinwanderweg ist der bekannteste Wanderweg an der Ahr und trägt seinen Namen zu Recht: Auf rund 35,6 Kilometern zwischen Altenahr und Bad Bodendorf führt er fast durchgehend an Rotweinlagen vorbei, in denen vor allem Spätburgunder auf steilen Schieferhängen wächst. Offiziell ist die Strecke in drei Etappen unterteilt, die sich einzeln oder in Kombination gut als Tageswanderungen eignen, aber auch von geübten Wanderern an einem langen Tag bewältigt werden.

Der Weg beginnt im oberen Ahrtal in Altenahr, wo die Ahr in engen Schleifen zwischen bewaldeten Felshängen verläuft. Von hier aus steigt die Route zunächst deutlich an, vorbei an der Burgruine Are, die auf einem Felssporn über dem Ort thront und einen der markantesten Ausblicke der gesamten Strecke bietet. Nach diesem anfänglichen Anstieg verläuft der Weg überwiegend durch die Weinberge oberhalb der Ortschaften Mayschoß, Rech und Dernau, bevor er sich Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler und schließlich Bad Bodendorf weitet.

Landschaftlich lebt der Rotweinwanderweg von einem ständigen Wechsel zwischen offenen Steillagen und kurzen, schattigeren Waldpassagen. In den oberen Abschnitten dominieren enge, terrassierte Rebzeilen, die von Trockenmauern gestützt werden und dem Weg einen kleinteiligen Charakter geben. Je weiter der Weg talabwärts führt, desto breiter wird das Tal, und die Rebflächen gehen zunehmend in offenere, sanfter geneigte Hänge über. Mehrere Burg- und Ruinenstandorte, darunter die Saffenburg bei Mayschoß und die Landskrone bei Heppingen, liegen unmittelbar am oder nahe am Weg und laden zu kurzen Abstechern ein.

Die Weinorte entlang der Strecke gehören zu den bekanntesten der Ahr. Dernau gilt mit seiner hohen Dichte an Straußwirtschaften als eines der lebendigsten Weindörfer des Tals, besonders an Wochenenden im Spätsommer und Herbst. Auch in Mayschoß, Rech und Walporzheim, das der Weg in der Nähe passiert, laden temporäre Ausschankstellen zur Rast ein. In Bad Neuenahr-Ahrweiler wechselt der Charakter des Wegs kurzzeitig: Statt Weinbergen prägen hier historische Fachwerkbauten und die Kuranlagen der Doppelstadt das Bild, bevor der letzte Abschnitt wieder durch offenere Rebflächen nach Bad Bodendorf führt.

Die Wegoberfläche wechselt zwischen befestigten Wirtschaftswegen durch die Weinberge und naturbelassenen, teils steinigen Pfaden in den steileren Abschnitten, etwa beim Aufstieg zur Burgruine Are. Festes Schuhwerk mit griffiger Sohle ist über die gesamte Strecke empfehlenswert, insbesondere nach Regen, wenn einzelne Passagen rutschig werden können. Wer den Weg in mehreren Etappen geht, findet an allen drei Etappenorten der offiziellen Einteilung Anschluss an die Ahrtalbahn, sodass sich Streckenabschnitte flexibel kombinieren oder abkürzen lassen.

Die Flutkatastrophe vom Juli 2021 hat auch entlang des Rotweinwanderwegs Spuren hinterlassen, insbesondere an Brücken und Uferwegen im unteren Talabschnitt. Der Wiederaufbau ist mittlerweile weit fortgeschritten, dennoch lohnt sich vor einer Wanderung ein Blick auf aktuelle Hinweise zu einzelnen Wegabschnitten, da vereinzelt noch Umleitungen bestehen können.

Wer die Etappen einzeln plant, profitiert von der engen Taktung der Ahrtalbahn und der geringen Distanz zwischen den Orten: Eine Tagesetappe lässt sich meist problemlos mit einer zweiten kombinieren, wenn Zeit und Kondition es zulassen, während eine einzelne kürzere Etappe auch für Familien mit Kindern oder weniger geübte Wanderer gut machbar bleibt. Die mittlere Etappe zwischen Dernau und Bad Neuenahr gilt dabei als die anspruchsvollste, da sie mit rund 16,7 Kilometern deutlich länger ist als die beiden anderen Abschnitte und mehrere Anstiege in Folge kombiniert.

Neben dem eigentlichen Weinbau prägen auch kleinere Details die Strecke: An mehreren Stellen informieren Hinweistafeln über die Geschichte des Rotweinanbaus an der Ahr, über einzelne Rebsorten oder über die Entstehung der Schieferböden, auf denen die Reben wachsen. Wer sich Zeit für diese Stationen nimmt, bekommt neben der reinen Wanderung auch einen Einblick in die Weinbaugeschichte des Tals, die bis in die Römerzeit zurückreicht und die Ahr zu einem der ältesten deutschen Anbaugebiete macht.

Wer den Rotweinwanderweg mit einer Weinprobe verbindet, sollte den Wein bewusst genießen und zwischendurch ausreichend Wasser trinken, gerade an warmen Tagen und in den sonnenexponierten Steillagen ohne viel Schatten. Für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt oder zur nächsten Unterkunft bietet sich die Ahrtalbahn an, die alle wichtigen Orte entlang der Strecke bedient – so lässt sich der Tag entspannt ausklingen lassen, ohne nach dem Wandern noch selbst fahren zu müssen.

Für die Planung einer mehrtägigen Wanderung lohnt sich ein Blick auf die Fahrpläne der Ahrtalbahn, da die Taktung außerhalb der Hauptverkehrszeiten geringer ausfällt. Wer den Weg an einem einzelnen langen Tag bewältigen möchte, sollte einen frühen Start wählen und ausreichend Pufferzeit für Pausen und die steileren Abschnitte einplanen, insbesondere zu Beginn der Strecke bei Altenahr.

Offizielle Routenbeschreibung & GPX

Ausführlicher Streckenverlauf und GPX-Daten sind bei der offiziellen Quelle verfügbar — dieses Portal hostet keine eigenen GPX-Dateien.

Ahrtal Tourismus – Der Rotweinwanderweg

Häufige Fragen

Wie lang ist der Rotweinwanderweg an der Ahr?

Der Weg ist ca. 35,6 km lang und führt von Altenahr bis Bad Bodendorf. Offiziell ist er in drei Etappen unterteilt: Altenahr–Dernau (ca. 10 km), Dernau–Bad Neuenahr (ca. 16,7 km) und Bad Neuenahr–Bad Bodendorf (ca. 8,9 km).

Kann man den Rotweinwanderweg an einem Tag gehen?

Sportliche Wanderer schaffen die gesamte Strecke in rund 9 bis 10 Stunden an einem Tag. Für die meisten ist es angenehmer, den Weg auf zwei bis drei Tagesetappen zu verteilen.

Wie schwierig ist der Rotweinwanderweg?

Der Weg gilt insgesamt als leicht bis mittelschwer. Anspruchsvoller ist vor allem der Aufstieg von Altenahr zur Burgruine Are zu Beginn der Strecke, danach verläuft der Weg überwiegend moderater durch die Weinlagen.

Wie komme ich ohne Auto zum Rotweinwanderweg?

Die Ahrtalbahn verbindet alle Etappenorte des Rotweinwanderwegs, darunter Altenahr, Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Bad Bodendorf, mit Remagen und Bonn Hauptbahnhof.

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